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  Resident Evil Outbreak 2

Vor Jahren war Nintendo der Megadeal gelungen; Diverse Blockbuster wie Viewtiful Joe und Killer 7 sollten exklusiv für den violetten Würfel erscheinen, sogar die Resident Evil-Reihe plante Gamecube-exklusive Ausflüge. Doch bald mussten die Capcom-Oberen resigniert feststellen, dass die Verkaufszahlen der Nintendo-Hardware auch weiterhin unter den Erwartungen blieben – in westlichen Gefilden gar von Microsofts XBox übertroffen. Also ruderte man wieder zurück , die meisten Titel feierten auf der PlayStation 2 ein Revival, auch die Resident Evil-Saga lief wieder zur Mutterkonsole über. Den Anfang markierte „Resident Evil: Outbreak“, dass durch seine kapitelhafte Gliederung und teambasiertes Gameplay ein erfrischend „anderes“ Spielgefühl ermöglichte. Knapp ein Jahr später erreicht auch der Nachfolger des Spin-offs unsere teutonischen Gefilde und punktet gar mit einem waschechten Online-Modus.

Wie sein Vorgänger spielt auch Outbreak File #2 kurz nach den Geschehnissen aus Resident Evil 2. Seitdem sich ein Killervirus im berühmt berüchtigten Raccoon City eingenistet hat, ist die Metropole – um es gutbürgerlich auszudrücken – ziemlich am Popo: Sämtliche Einwohner haben sich zu blutrünstigen Untoten, die einem mittelprächtigen Romero-Streifen entsprungen sein könnten, entwickelt und wollen jetzt den letzten Überlebenden ans Leder. Richtig! Ihr mimt eine dieser bedauernswerten Gestalten…

Der Mehrspielermodus bildet letztlich auch die Quintessenz des neuesten Resis. Wählt einen von acht Charakteren (Allesamt Nobodys, auf eine Jill Valentine müsst ihr leider verzichten) und schlagt euch dann mit zwei Leidensgenossen durch die Zombie-verseuchten Kulissen. Jedes Alter Ego würzt das Spielgeschehen dabei mit div. Stärken und Schwächen: Cop Kevin hat eine schlagkräftige 9mm, während Alyssa Schlösser knacken kann und Kellnerin Cindy mit Heil-Fähigkeiten gesegnet ist. In den Online-Gemäuern ist also Teamarbeit angesagt, Einzelgänger beißen bereits in den ersten Spielminuten ins Gras, viele Rätsel können nur im Team gelöst werden. Schade dass sich die zwischenmenschliche Kommunikation auf nötigste Phrasen beschränkt, Headset-Support wäre hier wünschenswert gewesen.


Insgesamt strapazieren fünf Chapter eure Nerven. Ein schauerlicher Wald steht hierbei ebenso zur Wahl wie das klassische Raccoon City-Theme, ein mutierter Zoo oder ein verschachteltes U-Bahn-System. Diese sind nicht chronologisch aufgebaut und stellen jeweils kleine autarke Kapitel dar. Für zünftiges Retro-Feeling sorgen die teils dreisten Ladezeiten, die auch einer beliebigen PSone-Episode der Schauermär entsprungen sein könnten: Grade in Online-Ausflügen ein echter Spielspaßkiller.

Wehe dem, der keinen Netzwerkadapter sein Eigen nennt und deshalb auf das Single Player-Game zurückgreifen muss! Hier mimt die KI eure Kameraden, wobei man von Intelligenz nicht wirklich sprechen kann. Die beiden intellektuellen Ausfälle, die euch begleiten, bleiben gern des Öfteren an Ecken und Kanten hängen, eure Befehle werden je nach Gusto ignoriert und wenn euch die Zombie-Meute anfällt, versammeln sich eure „Freunde“ als passive aber interessierte Beobachter um euch.

Die Optik kehrt zu den Anfängen der Serie zurück und präsentiert sich als gesunder Mix aus vorgegebenen Kameraperspektiven und detaillierten Polygon-Akteuren. Die Schönheit und Atmosphäre der Szenerie wird allerdings mit mangelnder Übersicht erkauft, die euch grade in brenzligen Situationen zum Verhängnis werden kann. Insgesamt rangiert die optische Pracht knapp unterhalb der Gamecube-Remakes. Abgeschmeckt wird die Gruselsuppe durch eine unheimliche Soundkulisse.

Die Symbiose aus Ballerei, Rästeleinlagen und Teamplay spielt ihre vollen Stärken erst online aus. Das kollektive Gruseln lässt zwar eine zusammenhängende Storyline vermissen, entfesselt jedoch eine dichte Atmosphäre. Schade dass Outbreak Nummero Zwo offline zum 08/15-Adventure verkommt – vermurkste KI und unübersichtliches Item-Management machen euch mehr Angst als die mutierten Zombie-Massen. Hängt ein Netzwerk-Adapter an eurer PlayStation, so ist die innovative Schauermär sicher einen Blick wert.

 



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